
Für viele ist das kleine, schmale Plastikkärtchen bereits unentbehrlich. Längst hat die Kreditkarte die für viele Urlauber lästigen Reiseschecks abgelöst. Das Kunststoffkärtchen ermöglicht ausgiebige und bequeme Shoppingtouren im Internet, ebenso die Tankfüllung vor der Fahrt ins Grüne – auch wenn der Geldbeutel vergessen oder die Bargeldscheine ausgegangen sind.
In Deutschland sind rund 22 Millionen Kreditkarten im Umlauf. Mastercard und Visa dominieren den Markt. Doch welche Kreditkarte ist für welchen Verbraucher geeignet? Dieser Frage ist die Stiftung Warentest in ihrem Magazin „Finanztest“ nachgegangen und hat 43 Kartenangebote von 22 Banken und Sparkassen untersucht. Das Ergebnis: Die Gebühren für Kreditkarten unterscheiden sich erheblich. Einige wenige sind kostenlos, also ohne Grundgebühr. Andere wiederum kosten zwischen 20 und 140 Euro im Jahr.
Bis zu 100 Euro sind zu sparen
Unterschiede bestehen auch in den Leistungen: Manche Banken setzen voraus, dass Interessenten ein Girokonto bei ihr haben. Zudem gibt es Karten, mit denen weltweit kostenlos Bargeld am Automaten erhältlich ist, so bei der Visacard der Deutschen Kreditbank oder der Direktbank Ing-Diba. Andere bieten außerhalb des Euroraums gebührenfreie Auszahlungen an. Das traf bei den untersuchten Karten aber nur auf die „Visa Tui Card Classic“ und „Gold“ der Commerzbank zu.
Am besten schnitten in den Augen der Tester zwei Karten ab: die Mastercard der Karstadt-Quelle Bank und die Sunnycard der Santander Consumer Bank. Sie kommen ohne Jahresgebühr aus, sind ohne Umsatzverpflichtung und nicht an ein Girokonto gebunden.
Wichtig ist, dass Kunden vor der Auswahl ihres Kreditkartenpartners die Konditionen des Bankhauses unter die Lupe nehmen und mit anderen Angeboten vergleichen. Dann, so die Tester, könnten Verbraucher mehr als 100 Euro jährlich sparen. Weil inzwischen auch auf dem Kreditkartenmarkt der Wettbewerb massiv ist, versuchen etliche Anbieter, ihre Karte für den Verbraucher durch Zusatzangebote wie Bonuspunkte, Notfallservice oder Versicherungspolicen attraktiver zu machen. Gerade bei der Zusatzleistung Versicherung lauern nach Auffassung von Stiftung Warentest die größten Fallen: „Viele dieser Versicherungen treten nur eingeschränkt für Schäden ein“, warnen die Autoren. „Verbraucher müssen deshalb die Versicherungsbedingungen genau kennen“, fordern sie Interessenten auf. Doch tatsächlich haben die Kunden hier den geringsten Überblick.
Fixe Summe für Jugendliche
Auch rät Stiftung Warentest den Kunden, genau auf die Gebühr zu achten, die sie zahlen müssen, wenn sie mit der Kreditkarte Bargeld am Automaten ziehen. Hier werden ein bis vier Prozent des abgehobenen Betrags, mindestens zwischen 2,50 und sieben Euro pro Abhebung fällig – und das ist in der Regel teurer, als wenn die Kunden mit der EC-Karte Geld ziehen.
Zunehmend junge Leute nutzen die Kreditkarte. Um eine Karte zu erhalten, müssen sie mindestens 18Jahre alt sein – und ihre Bonität belegen. Denn eine Schufa-Abfrage ist vor Ausreichung einer Kreditkarte „immer drin“, sagt Finanztest-Expertin Simone Weidner. Von Angeboten, die Kreditkarten von heute auf morgen ausgeben, warnt sie: „Hier ist wegen der meist hohen Kreditzinsen Vorsicht angebracht.“ Allerdings können die wenigsten jungen Menschen, egal ob Studenten oder Auslandspraktikant, schon eigenes Einkommen vorweisen. In diesem Fall könnten Eltern jedoch ein Guthaben auf einem Kreditkartenkonto parken.
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