
Kreditkarten werden immer öfter als praktisches Zahlungsmittel für den Urlaub oder im Urlaub verwendet. Hier gibt es aber große Unterschiede bei den einzelnen Anbietern im Bezug auf Bargeldabhebung, Versicherungsschutz oder Haftungsgrenzen bei Verlust. Das ist das Ergebnis eines Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI). Es sei aufgrund der sehr uneinheitlichen Angebote nicht möglich, Empfehlungen für ein Angebot auszusprechen, sagte VKI-Finanzexperte Bernd Lausecker bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Wien. Es gilt, die Versicherungsbedingungen vor einem Vertragsabschluss genau durchzulesen.
Wer zum Beispiel seinen Urlaub mit der Kreditkarte bezahlt, muss nicht unbedingt bei jedem Kreditkartenanbieter wirklich versichert sein, "manche Versicherungen hängen von der regelmäßigen Verwendung ab, ob man zwei bis drei Monate davor damit eingekauft hat, bei manchen ist es auch nicht notwendig, die Reise selbst damit zu bezahlen", illustrierte Lausecker die großen Unterschiede. Konsumenten sollten sich im Vorfeld sehr gut überlegen, welche Versicherung man überhaupt braucht und ob diese nicht sowieso durch eine bestehende Polizze abgedeckt ist. "Manchmal ist eine Zusatzversicherung billiger", erklärte der Finanzexperte.
Bargeldbehebungen sind meist sehr teurer und liegen sowohl im Inland als auch im Euro-Raum bei 3 Prozent Kosten pro Behebung, mindestens werden jedoch zwischen 2,50 Euro und 4 Euro veranschlagt. Außerhalb des Euro-Raumes haben die Anbieter zusätzlich noch unterschiedliche Umrechnungskurse. Falls man trotzdem einmal mit der Kreditkarte abbeheben muss, sind größere Beträge sinnvoller als mehrere kleinere, erklärten die Konsumentenschutz-Experten. Am günstigsten ist es, Bargeld mit der Bankomatkarte zu beheben: Dabei werden sowohl im Inland als auch in Euro-Ländern keine Gebühren verrechnet. In Geschäften oder Hotels kann hingegen das Bezahlen mit Kreditkarte billiger sein.
Ein weiterer Kostenpunkt macht sich bei Verlust oder Diebstahl der Kreditkarte bemerkbar. Zum einen gibt es bis zur Verlustmeldung je nach Anbieter unterschiedliche Haftungsgrenzen für den Karteninhaber, zum anderen sind für die Sperre der abhandengekommenen Karte sowie für die Ausstellung der Ersatzkarte je nach Anbieter 14,53 Euro bis 40 Euro zu zahlen.
Vorsicht sollte man aber auch in Österreich mit der Kreditkarte walten lassen, vor allem wenn man man die Monatsrechnung ständig in Raten begleicht. Damit wähle man den teuersten Weg, um seine Einkäufe zu finanzieren, so der VKI. Viel günstiger ist es, das Minus auf dem Kreditkartenkonto - am besten in Absprache mit der Bank - einmalig entweder mit einem Konsumkredit oder durch Überziehung des Girokontos abzudecken. Auch dabei fallen relativ hohe Zinsen an, aber in der Regel immer noch deutlich geringere als über den Karten-Kredit.
Quelle: www.news.at
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