Das Angebot an Kreditkarten ist vielfältig. Grundsätzlich können Kreditkarten nach Abrechnungsarten, herausgebender Bank sowie Anforderungsprofil und Zusatzleistungen unterschieden werden.
Abrechnungsarten
Generell gibt es vier Abrechnungsarten bei Kreditkarten:
- Charge-Karte: Hier handelt es sich um Karten mit monatlicher Kontobelastung. Das heisst, dass die angefallenen Kartenumsätze im Ganzen einmal pro Monat vom Referenzkonto abgebucht werden. Dabei entsteht dem Kunden ein gewisser Zinsvorteil, da die Abbuchung nicht sofort nach Einkauf - wie bei der Debit-Karte - sondern zeitversetzt erfolgt.
- Debit-Karte/ EC-Karte: Hier werden die mit der Karte umgesetzten Beträge zeitnah bzw. sofort vom Girokonto abgebucht. Ein Zinsvorteil ensteht dadurch also nicht, aber andererseits sind Ausgaben transparenter und sofort nachvollziehbar.
- "Echte" Kreditkarten: Bei den sogenannten "Revolving Credit"-Karten oder "echten" Kreditkarten ist eine Zahlung auch in Teilbeträgen möglich. Der Karteninhaber vereinbart mit dem Kartenanbieter einen Mindestbetrag, der monatlich abgebucht wird (z.B. 15% der Kreditkartenumsätze). Der Rest kann in Raten abbezahlt werden. Dadurch kann der Karteninhaber seine Ausgaben kontrollieren und besser verteilen. Ausserdem wird ihm auf diese Art ein Schnellkredit gewährt, ohne dass eine weitere Schufa-Auskunft oder ein spezieller Antrag notwendig sind. Allerdings fallen auf den ausstehenden Betrag oft hohe Sollzinsen an (in der Regel zwischen 10% und 16% effektiver Jahreszins).
- Prepaid-Kreditkarten: Hier wird, wie bei einer Telefonkarte, die Kreditkarte mit einem Guthaben aufgeladen, bevor sie eingesetzt werden kann. Der Karteninhaber kann die Karte also nicht überziehen. Der Vorteil: es ist keine Schufa-Prüfung notwendig, und die Karte kann deshalb auch von Personen mit mangelnder Bonität eingesetzt werden. Ausserdem sind Prepaid-Karten sehr sicher, da im Falle eines Diebstahls oder Verlusts nur das eingezahlte Guthaben verloren geht. Aufgrund der Guthabenfunktion eignen sich Prepaid-Kreditkarten besonders gut für Jugendliche, denn ein Überziehen des Kartenguthabens und damit eine Verschuldung ist nicht möglich. Eltern können zudem mit der ausgebenden Bank ein monatliches Ausgabelimit vereinbaren und so die Ausgaben des Kindes kontrollieren. Die Jahresgebühr für Prepaid-Kreditkarten für Jugendliche liegt bei manchen Anbietern unter der Jahresgebühr für herkömmliche Prepaid-Kreditkarten (z.B. Payango Card).
Kreditkarten-Anbieter
Derzeit gibt es vier Herausgeber von Kreditkarten: American Express, Diners Club, Mastercard und Visa.
- American Express bietet weltweit Kreditkarten und andere Finanzprodukte, z.B. Reiseschecks und Versicherungen, an. Das Unternehmen wurde 1850 gegründet und konzentrierte sich zunächst auf Reiseschecks. Mittlerweile bietet American Express eine Reihe von Kreditkarten an, die Kunden mit unterschiedlichem Einkommen und Bedürfnissen bedienen. Dazu zählen die American Express Blue Card, die American Express Card, die American Express Gold Card, die American Express Platinum Card sowie die American Express Centurion Card. American Express-Kreditkarten bieten neben der reinen Bezahlfunktion eine Reihe von Zusatzleistungen, z.B. das berühmte Bonusprogramm Membership Rewards sowie Versicherungen. Jedoch sind die Konditionen für die Amex-Kreditkarten streng: schon bei der American Express Gold Card wird neben der Schufa-Auskunft ein Mindesteinkommen gefordert. Die Centurion Card beispielsweise gibt es nur auf Einladung.
- Diners Club gilt als der Erfinder der Kreditkarte. Die Diners Club-Kreditkarte des Firmengründers Frank McNamara wurde zunächst als Zahlungsmittel in Restaurants eingesetzt. 1952 gelang der Durchbruch in andere Einsatzbereiche.
- Mastercard International ist zusammen mit Visa der weltweit grösste Herausgeber von Kreditkarten. Das Unternehmen ist in über 210 Ländern vetreten. Mastercard-Kreditkarten werden nach dem Franchise-Prinzip zusammen mit Banken herausgegeben und an mehr als 30 Millionen Akzeptanzstellen weltweit angenommen.
- Visa wurde 1970 als National Bank Americard gegründet und 1976 in Visa umbenannt. Visa-Kreditkarten werden über die Visa-Mitgliedsbanken (in Deutschland allen 2000 Partnerbanken) ausgegeben. In Europa sind über 399 Millionen Visa Debit-, Kredit- und Firmenkarten im Umlauf.
Anforderungsprofil und Zusatzleistungen
Kreditkartentypen können auch nach Anforderungsprofil und den entsprechenden Zusatzleistungen unterschieden werden. Verbreitet sind vor allem folgende Kreditkartentypen:
- Kreditkarten für Studenten: meist niedrige Jahresgebühr oder kostenlos, Rückzahlung in Raten bei niedrigen Zinsen, enger Kreditrahmen
- Klassische Kreditkarten: Standard-Kreditkarten für private Nutzung; gut geeignet für Einsteiger
- Gold- und Platinkreditkarten: verfügbar ab einer gewissen Einkommenshöhe, höherer Kreditrahmen, verschiedene Zusatzdienstleistungen standardmäßig enthalten, dafür höhere Grundgebühren
- Business-Kreditkarten: auf Bedürfnisse von Firmenkunden zugeschnitten, ermöglichen exakte Trennung von Geschäfts- und Privatausgaben und damit vereinfachte Spesenabrechnung
- Prepaid-Kreditkarten: Kreditkarten auf Guthabenbasis, die vor dem Einsatz mit einem Guthaben aufgeladen werden können; keine Schufa-Auskunft notwendig; eignen sich deshalb besonders gut für Personen mit schlechter Bonität sowie Jugendliche
- Kreditkarten mit Girokonto: Kreditkarten, die nur zusammen mit einem Girokonto ausgegeben werden; oft ist die Jahresgebühr niedrig bzw. entfällt ganz
- Kreditkarten mit Bonusprogramm: hier erhält der Kunde bei jedem Einsatz der Kreditkarte eine Belohnung, z.B. in Form von Cashback, Bonuspunkten oder Rabatten. Vier wesentliche Varianten werden unterschieden:
- Kreditkarten mit Flugmeilen: Mit diesen Kreditkarten kann der Nutzer pro mit der Kreditkarte ausgegebenem Euro eine gewisse Anzahl von Flugmeilen sammeln. Diese werden entweder direkt bei einer Fluggesellschaft gesammelt - z.B. mit der Miles & More-Kreditkarte der Lufthansa - oder bei einem Kreditkartenanbieter, der unabhängig von Fluggesellschaften agiert. Damit sind auch die gesammelten Meilen nicht an eine Fluggesellschaft gebunden. Ein Beispiel hierfür ist das Membership Rewards-Programm von American Express. Oft kann der Kreditkartennutzer auch extra Flugmeilen hinzukaufen, falls die gesammelten Meilen für einen Bonusflug nicht ausreichen
- Kreditkarten mit klassischem Bonusprogramm: Hier sammelt der Kartennutzer Bonuspunkte pro Kartenumsatz, die dann in verschiedene Prämien, z.B. Zeitschriftenabonnements, Reisen etc., umgetauscht werden können. Oft gibt es im Rahmen dieser Bonusprogramme auch Flugmeilen, wie zum Beispiel mit American Express
- Kreditkarten mit Cashback-Angeboten: hier bekommt der Kreditkarten-Nutzer einen bestimmten Teil des ausgegebenen Betrags wieder auf sein Kreditkartenkonto zurückerstattet. Dies gilt meist ab einem bestimmten Mindestumsatz - bei der ING DiBa-Kreditkarte z.B. bekommt der Nutzer für jeden Einkauf ab 20 Euro 50 Cent zurückerstattet. Oder die Höhe des Cashbacks ist abhängig von der Höhe des Kartenumsatzes. Mit der Volkswagen Visa Card zum Beispiel bekommt der Nutzer bis zu 45 Euro Umsatzbonus, muss aber dafür mindestens 12.000 Euro pro Jahr mit der Kreditkarte umsetzen
- Kreditkarten mit Rabatt-Angeboten: hier bekommt der Kunde auf bestimmte Ausgaben Rabatte, z.B. auf Tankausgaben oder Reisebuchungen. Beispiele sind die Barclaycard New Double mit 2% Tankrabatt oder die Super Mastercard von Santander mit 5% Reiserabatt
Bitte beachten Sie, dass es zwischen diesen Kreditkarten-Typen Überlappungen geben kann (z.B. gibt es einige Gold-Kreditkarten mit Bonusprogramm sowie Gold-Kreditkarten mit Girokonto).