Besonders wichtig ist ein genauer Vergleich der Kreditkarten-Gebühren. Hier ist zu unterscheiden zwischen fixen Kosten (z.B. Jahresgebühr) und transaktionsspezifischen Kosten (z.B. Gebühr für das Abheben von Bargeld):
- Jahresgebühr: Grundgebühr der Kreditkarte; diese fällt einmal pro Jahr an und liegt zwischen 0 Euro und um die 2000 Euro (Centurion Card von American Express). Die Jahresgebühr kann oft vermieden werden, denn mittlerweile gibt es eine Reihe von Kreditkarten, die dauerhaft oder im ersten Jahr kostenlos sind. Dies gilt vor allem für Kreditkarten mit Girokonto, z.B. die DKB Visa Card. Grundsätzlich gilt: je exklusiver die Kreditkarte bzw. je umfangreicher die Zusatzleistungen, desto höher ist die Jahresgebühr. Jedoch sollte genau geprüft werden, ob sich die angebotenen Zusatzleistungen und die damit verbundene hohe Jahresgebühr wirklich lohnen.
- Gebühr für die Gestaltung der Kreditkarte mit einem eigenen Motiv: bei manchen Kreditkarten haben Sie die Möglichkeit, ein eigenes Bild hochzuladen bzw. aus einer Galerie von Motiven ein passendes Bild auszusuchen (z.B. mit der Volkswagen Visa Card). Dafür fallen in der Regel einmalige Gebühren von etwa 15 bis 20 Euro an.
- Bargeldgebühren: diese fallen an, wenn mit der Kreditkarte am Schalter oder am Geldautomaten Bargeld abgehoben wird. Oft variieren diese Gebühren je nach Kreditkarten-Anbieter und Betreiber des Geldautomaten. Zusätzlich zur Inlands-Gebühr kann bei Abhebungen im nicht-europäischen Ausland eine weitere Gebühr erhoben werden. Gerade die Bargeldgebühren sind ein Unterscheidungsmerkmal zwischen den verschiedenen Kreditkarten-Anbietern. Die Netbank erlaubt z.B. das kostenlose Abheben von Bargeld weltweit 5x im Monat. Mit der DKB Visa Card ist Bargeldabheben weltweit immer möglich.
- Auslandseinsatzgebühren: neben den Bargeldgebühren, die sowohl im Inland als auch im Ausland anfallen können, gibt es sogenannte Auslandseinsatzgebühren, die vor allem durch die Wechselgebühren bei Zahlungen in Fremdwährung entstehen. Zahlungen in der Euro-Zone sind deshalb von diesen Auslandseinsatzgebühren meist nicht betroffen. Üblicherweise liegen diese Gebühren bei 1 Prozent bis 2 Prozent des abgehobenen oder bezahlten Betrages. Die Währungsumrechnung erfolgt meist zum Devisenbriefkurs (es gilt meist der amtliche Kurs der Frankfurter Börse bzw. der Börsen in London oder New York). Insgesamt ist die Zahlung mit der Karte fast immer günstiger als der Bargeldumtausch bei Banken oder Wechselstuben.
- Sollzinsen: Viele Kreditkarten erlauben die Rückzahlung der offenen Umsätze in Teilbeträgen. Der Mindestbetrag, der dabei monatlich zu begleichen ist, wird zwischen der Bank und dem Kreditkarten-Nutzer individuell vereinbart. Auf den nicht beglichenen Betrag werden Sollzinsen erhoben, die stark variieren und in der Regel zwischen 10% und 20% pro Jahr liegen. Allerdings bieten manche Banken sogenannte zinsfreie Zahlungsziele an, was bedeutet, dass innerhalb eines bestimmten Zeitraums (z.B. 6 Monate lang) keine Sollzinsen anfallen. Abgesehen von diesen zinsfreien Angeboten sind Teilzahlungen jedoch aufgrund der sehr hohen Sollzinsen nur kurzfristig empfehlenswert.
Grundsätzlich gilt, nicht nur auf die Jahresgebühr zu schauen, sondern die Gesamtkosten der Kreditkarte in Betracht zu ziehen.