Wikileaks nimmt "Rache" an VISA und MasterCard
Wie wir bereits berichteten, drehten VISA und MasterCard durch die Sperrung der für Wikileaks existenziell wichtigen Spendenkonten der Enthüllungsplattform wichtige Geldhähne ab. Wikileaks brauchte nicht lange, um zu reagieren. In den 250.000 Botschaftsdepechen von Seiten von US-Diplomaten an das amerikanische Außenministerium waren auch einige für MasterCard und VISA sehr unangenehme Enthüllungen zu finden. So ist den Dokumenten zu entnehmen, dass den beiden Kreditkarten-Riesen dieses Jahr ein herber Rückschlag auf dem russischen Markt gedroht hätte. Daraufhin sollen die Unternehmen im Schulterschluss die US-Botschaft in Moskau zu Lobbyarbeit gegen ein für sie unpassendes Gesetz gedrängt haben.
Konkret geht es Angaben des Spiegel zu Folge um eine Depeche der Moskauer US-Botschaft an das US-Außenministerium. Daraus geht hervor, dass sich Vertreter von VISA und MasterCard an die Diplomaten wandten, damit diese widerum Einfluss auf den russischen Gesetzgebungsprozess nehmen. Hintergrund: ein geplantes Gesetz zur Regulierung des russischen Kreditkartenmarktes würde MasterCard und VISA in eine äußerst schlechte Lage bringen, da es zukünftige Kreditkarten-Transaktionsabwicklungen komplett unter russische Kontrolle bringen würde. Zur Zeit beherrschen VISA und MasterCard knapp 85 % des Marktes – es gibt also viel zu verlieren.