In Deutschland fallen unterdurchschnittlich wenige Kredite aus.
Laut einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung fallen in Deutschland unterdurchschnittlich wenige Kredite aus. Die Ausfallquote ist hierzulande mit ca. drei Prozent gerade zu winzig im internationalen Vergleich. Allerdings hat nun ein Fall für Aufsehen gesorgt, der eine Korrektur der Art der Datenerhebung veranlassen könnte.
Im konkreten Fall, der der FAZ zu Folge kein Einzelfall sein dürfte, hatte ein Beamter bei der deutschen Bundesbank auf Lebenszeit, mit gutem und stabilem Einkommen, ein erstaunlich geringes Schufa-Rating erhalten. Eigenen Angaben zu Folge nehme er nie Kredite in Anspruch, hatte nie eine Rückzahlungs-Störung und hat seine Hypothek brav abbezahlt. Auf einem Festgeldkonto liegt eine erhebliche Summe. Das Schufa-Rating: 83,99 %; Erfüllungswahrscheinlichkeit = deutlich erhöhtes bis hohes Risiko.
Dieses Rating brachte dem Beamten erhebliche Nachteile im Alltagsleben. So konnte er kein Girokonto bei seiner Bank mehr eröffenen und erhielt auf seiner Lufthansa Miles and More Mitgliedskarte kein Kreditlimit. Seither führt er einen bürokratischen Krieg mit der Schufa, die ihm nicht mitteilen will, weswegen sie ihm dieses negative Ergebnis ausstellte.
Mittlerweile hat sich herausgestellt, warum die Bewertung so schwach ausfiel: der Beamte arbeitete für drei Jahre in Polen. Die Schufa ist nicht in der Lage, Zugriff auf die Kredithistorie in diesem Zeitraum zu erhalten. Viele Menschen, die für längere Zeit im Ausland gearbeitet haben, sollen dieses Rating-Problem mit der Schufa haben. Die Schufa selbst bestreitet einen direkten Zusammenhang zwischen Auslandseinsatz und schlechter Bewertung, verspricht jedoch Verbesserungen des Systems.