In beiden ostasiatischen Staaten sind Kreditkarten unterrepräsentiert.
Japans Regierung will mehr Touristen – nicht nur, weil das Regierungsziel von 10 Mio. Besuchern letztes Jahr klar verfehlt wurde. Und da China das am stärksten wachsende Land der Welt ist, ist es nur naheliegend, dass hauptsächlich chinesische Touristen die Touristenlücke in Japan stopfen sollen.
Um sicherzustellen, dass nur betuchte Chinesen in Japan einreisen, ist der Besitz einer Kreditkarte ein Einreisekriterium, da eine solche Karte in China nur an Besserverdienende herausgegeben wird. Viele Shops in Japan bieten Chinesen, die die Ware mittels Kreditkarte bezahlen, starke Preisnachlässe. Das Problem: Chinsen setzen ihre Kreditkarte so gut wie nie ein.
In China haben Kreditkarten in den letzten Jahren einen enormen Beliebtheitszuwachs erlebt (wir berichteten). Allerdings fungieren sie im Reich der Mitte vor allem als Statussymbol und nicht als Bezahlalternative. Dies liegt unter anderem daran, dass Chinesen seit Jahrhunderten eine Tradition des Sparens pflegen, die sich bis heute bewahrt hat. Das Aufnehmen von Schulden ist in China sehr unüblich, und dementsprechen gering ist die Verwendung von Kreditkarten, auch wenn recht viele davon ausgegeben worden sind. In Japan selbst ist ein ähnliches Phänomen zu beobachten.
Eine Ausnahme im Bezug auf die Verwendung von Kreditkarten stellt die Sonderverwaltungszone Hongkong dar. Dort werden Kreditkarten für fast alle Ausgaben verwendet – mitunter auch zum Erwerb der Tageszeitung. Die Bank of China in Hongkong hat darauf reagiert und die weltweit erste Kreditkarte mit zwei Währungen emittiert. Die Kreditkarte kann hierzu mit zwei Konten verbunden werden (eines in Renminbi und eines in HK-Dollar) und ermöglicht Zahlungen auf beiden Seiten der Grenze, ohne dass es zu Wechselkursverlusten und Kommissionen kommt.