Neuerdings werden ganze E-Mail-Postfächer zu Betrugszwecken "gekidnappt".
2010 ist eine neue Masche des Cyber-Betruges aufgetaucht, die auch für Besitzer einer Kreditkarte mit Online-Führung relevant ist. So haben sich Berichten der FAZ zu Folge Fälle gehäuft, in denen elektronische Postfächer regelrecht gekidnappt werden.
Der Betrüger gibt sich dann als der reguläre Besitzer des Postfachs aus und kann dann jede Menge Schaden anrichten. So werden beispielsweise von einem gekaperten Postfach Bestellungen von zum Teil äußerst hochwertigen Gütern an Online-Händler und Bestellportale versandt. Die bestellte Ware soll dann an eigens angemietete Tarnadressen geliefert und von dort innerhalb weniger Stunden ins Ausland umgeschlagen werden.
Auf ähnliche Art und Weise können auch Besitzer von Online-Konten oder Kreditkarten betrogen werden, wenn zum Beispiel eine neue TAN-Liste per E-Mail zugesandt wird. Da sich der Betrüger im Besitz der E-Mail-Daten befindet, ist es ihm ein Leichtes, den Erhalt der TAN-Liste zu bestätigen und somit die Freischaltung ebendieser zu ermöglichen. Experten rechnen mit bis zu 30.000 solcher E-Mail-Betrugsfälle in diesem Jahr.
Es ist deshalb ratsam, ein E-Mail-Postfach bereits beim kleinsten Verdacht des Missbrauchs sperren zu lassen. Vorbeugend sollten sämtliche wichtigen Daten aus dem E-Mail-Verkehr auch auf der Festplatte gespeichert werden, da bei einer Sperrung kein Zugang zu diesen Daten mehr möglich ist.