Kriminelle Online-Shops werben offen über Twitter-Accounts.
Wäre Finanzkriminalität in einer geldintensiven Wirtschaft nicht ein schwerwiegendes Verbrechen, dann wäre folgender Sachverhalt ein recht nettes Amüsement. Auf der einen Seite ernste und souveräne Vertreter der Finanzbranche und Politiker, die in die Kameras versichern, dass alle erdenklichen Sicherheitsmaßnahmen zur Unterbindung von Finanzkriminalität wie zum Beispiel Kreditkartenbetrug ergriffen werden. Und auf der anderen Seite "Online-Shops", die sich auf den Verkauf von ergaunerten Kontodaten und entsprechendes Zubehör spezialisiert haben und offen über ein Twitter-Account oder eine Fan-Seite bei Facebook für sich werben.
Alles nur ein Witz? Glaubt man einem Bericht des Anti-Viren-Herstellers Panda, dann nein! Das Software-Unternehmen will sich eigenen Angaben zu Folge bei über 30 dieser kriminellen Organisationen eingehackt haben und in vielen Fällen auf Twitter-Accounts und Fanseiten bei Facebook gestoßen sein. Hier würde dann recht offen für die angebotenen Dienstleistungen wie die Komplettdaten einer Kreditkarte geworben werden.
Viele dieser Shops bieten auch Zubehör für Skimmer wie Aufsätze für die Karteneinzüge von Diebold- und NCR-Bankautomaten für 3.000 US-Dollar. Für besonders Investitionsfreudige: ein komplett nachgebauter Bankautomat zum Aufstellen in einem Shopping-Center ist für satte 35.000 US-Dollar zu haben. Nota bene: wer so viel für einen Apparat bezahlt, erwartet einen weit höheren Ertrag.