Warenhandel floriert vor allem während der Arbeitszeit.
Wer wissen will, wie eine Gesellschaft tickt, sollte sich ihr Konsumverhalten anschauen. Dank des E-Retail-Reports, der aus zig Millionen realer Zahlungstransaktionen zusammengestellt worden ist, können Dutzende verschiedener Konsumkategorien sehr repräsentativ analysiert werden. So ist seit Jahren zu beobachten, dass der Montag mit Abstand der Haupteinkaufstag im Online-Geschäft ist. Spezifisch für Deutschland ist, dass auch sonntags recht rege online geshoppt wird, im Rest Europas ein recht ruhiger Tag.
Waren werden, für bundesdeutsche Arbeitgeber eine wenig schmeichelhafte Nachricht, vor allem während der Arbeitszeit eingekauft. Andere Produkte wie Dienstleistungen oder Reisen werden hingegen hauptsächlich wochentags zwischen 20-22 Uhr online erworben.
Regional sind die Unterschiede innerhalb Deutschlands ebenfalls auffällig - und zwar vergleichbar mit den politischen Verhältnissen: das klassische Nord-Süd-Gefälle. Während Norddeutsche - vor allem Hamburger - recht häufig online einkaufen gehen, sind Süddeutsche eher zurückhaltend mit ihrer Internetbetätigung. Absolutes Schlusslicht bildet Rheinland-Pfalz sowie das Gebiet Erfurt, Weimar, Mühlhausen und Eisenach.