US-Kreditkartenfirmen halten nach wie vor am Magnetstreifen fest.
In Europa ist der Magnetstreifen nur noch in Verbindung mit einem weitaus sichereren EMV-Chip auf Kreditkarten zu finden. Das liegt daran, dass die Kartendaten auf dem Magnetstreifen nicht verschlüsselt sind. In naher Zukunft wird der Magnetstreifen in Europa dann gänzlich verschwinden.
In den Vereinigten Staaten erlebt der Magnetstreifen - in den 70er-Jahren erfunden und bis heute von amerikanischen Banken hoch umjubelt - geradezu ein Revival. Ermöglicht wird dies durch den Einbau einer neuen Technologie in ebendiesen Magnetstreifen.
Ein Unternehmen aus Pittsburg, Dynamics, baut elektronische Komponenten in den Streifen ein, die zusammen einen Minicomputer ergeben. Die Standardmaße der Karte bleiben dabei erhalten. Das Ergebnis ist ein neuer, elektronischer Magnetsteifen, der sich nach Belieben umprogrammieren lässt. Als erste Bank testet die Citigroup die Dynamics-Karte, die über zwei Kontrolllichter sowie eine Taste verfügt. Nach Tests in der ersten Jahreshälfte erweitert Citigroup seit Anfang November seine Pilotphase und bindet weitere Kunden ein.
Der Kartenhalter kann dann per Tastendruck diverse Bezahloptionen tätigen, wie zum Beispiel die Wahl zwischen konventioneller oder Bonuspunkte-Bezahlung. Auch können mittels des neuen Magnetstreifens mehrere Kreditkarten-Pakete in eine Kreditkarte integriert werden. Der Kartenhalter entscheidet dann, welche Kreditkarte er verwenden möchte.
In den USA sind Magnetstreifen nur schwer auszutauschen, weil das Gros der Kartenleseinfrastruktur noch aus den 70er-Jahren stammt und ein großflächig angelegter Wechsel sehr teuer wäre.