Bankkunden müssen auch ein Jahr nach der Einführung neuer Transparenzregeln noch oft mit hohen Gebühren fürs Geldabheben an Automaten fremder Institute rechnen.
Nach wie vor gibt es bei der Abhebung mit der Kreditkarte oder der EC-Karte erhebliche Unterschiede nach Anbietern, wie das Bundeskartellamt ermittelte. Die Wettbewerbshüter schließen gerade eine umfassende Auswertung von Marktdaten ab und wollen bald über weitere Schritte informieren.
Das Bundeskartellamt hat seine Auswertung noch nicht ganz beendet. Bereits jetzt steht allerdings fest, dass die Gebührenhöhe bei der Mehrzahl der untersuchten Regionalinstitute deutlich über denen der bundesweit tätigen Kreditinstitute liegt.
Die privaten Banken hatten sich im August 2010 öffentlichkeitswirksam auf eine Abhebegebühr von 1,95 Euro für die Nutzung fremder Geldautomaten geeinigt. Im Zentralen Kreditausschuss (ZKA) - dem Spitzengremium aller Bankenverbände - hatte man sich damals nur darauf verständigt, die Gebühr am Geldautomaten seit dem Januar 2011 transparent anzuzeigen. Dann könnten Kunden, denen sie zu hoch ist, auch für einen anderen Automaten entscheiden. Bei Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken sind die Fremdabhebe-Gebühren in der Regel höher. Sie verweisen darauf, dass sie ein größeres, kostspieliger zu unterhaltendes Netz von Geldautomaten unterhalten. Die Sparkassen betreiben 25.000, Raiffeisen- und Volksbanken knapp 19.000 und die Privatbanken insgesamt 11.000 Automaten.
Die regional organisierten Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken haben keine allgemeinen Obergrenzen eingeführt. Die Höhe der Gebühren legt jedes Institut für sich fest. Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken geht als Schätzgröße davon aus, dass die Fremdabhebe-Entgelte in seinem Bereich von knapp sechs Euro auf durchschnittlich unter vier Euro gesunken sind.
Das Bundeskartellamt hatte schon im Juni 2011 auf eine weitere Senkung der Geldautomaten-Gebühren von Sparkassen und Genossenschaftsbanken gedrängt. Vor allem auf dem Land, wo die Kunden fast ausschließlich auf das dichte Automatennetz der beiden führenden Filialbank-Organisationen angewiesen sind, "lässt die Entwicklung zu wünschen übrig", sagte der Präsident des Kartellamtes, Andreas Mundt damals. "Sollte sich das nicht ändern, bleibt die Einleitung von Verfahren eine Option", sagte Mundt.