Debit Card von Lufthansa AirPlus wird von Großunternehmen kritisiert
Die Debit Card von Lufthansa AirPlus stösst bei Großunternehmen als Lösung für den Kauf von Lufthansa-Flugtickets auf Ablehnung. Das wurde vergangene Woche auf der Podiumsdiskussion zum Thema Optional Payment Charge auf der Herbsttagung für Geschäftsreise- und Mobilitätsmanagement in der Ruhrgebietsstadt Essen deutlich. Der GeschäftsreiseVerband VDR hatte Vertreter der Deutschen Lufthansa und von dessen Tochter- Unternehmen AirPlus mit Travel Managern zusammen gebracht, um über Gebührenwildwuchs, Prozesse und die Kosten-Nutzen-Relation der alternativen Bezahlmethode zu sprechen.
Lufthansa und ihre Verbund- Airlines hatten am 2. November 2011 Entgelte die sogenannte Optional Payment Charge für die Zahlung von Flugtickets mit Kreditkarte eingeführt. Mit der Debit Card umgehen Kunden zwar den Differenzbetrag zwischen Darlehenssumme und Auszahlungssumme, die Umstellung auf die neue Karte wird jedoch erheblichen Aufwand in den Unternehmen und bei Reisebüros verursachen.
Eine Mitgliederbefragung des Verbands hatte im Vorfeld der Veranstaltung ein Stimmungsbild gezeichnet. Demnach sprechen sich über 80 Prozent der VDR-Mitglieder gegen die Debit Card von AirPlus aus. Vor allem in großen Unternehmen ab 1500 Mitarbeiter wirke sich der hohe Prozess- und Administrationsaufwand negativ auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis aus. Außerdem entfallen für Debit-Card-Nutzer die Vorteile einer Kreditkarte wie Reporting-Möglichkeiten und ein verlängertes Zahlungsziel es sei denn, Kunden bezahlen dafür zusätzlich.
Die neuen Lufthansa-Regelungen gelten für sämtliche Konzernmarken des Unternehmens wie Swiss, BMI, Brussels Airlines und Austrian - allerdings nur bei Starts aus den Ländern Belgien, Finnland, Großbritannien, Niederlande, Schweiz und Deutschland. In Österreich sei die Gebühr aus rechtlichen Gründen nicht möglich.
Die Bezahlung per Bankeinzug bleibt nach wie vor kostenlos. Der Zuschlag bei der Lufthansa beträgt fünf Euro für Inlandsflüge acht Euro für Ziele in Europa und 18 Euro im Interkontinentalverkehr. Für Firmenkunden biete die Lufthansa-Tochter Airplus eine entgeltfreie Debit-Karte an. Die Lufthansa sei nicht bereit, die Kosten für Zusatzdienstleistungen der Kreditkartenfirmen zu finanzieren, hieß es zur Begründung. Die Kreditkartengebühr soll künftig für alle Vertriebswege inklusive der Reisebüros gelten. Bislang hatte die Lufthansa bereits für ihre eigenen Vertriebswege über das Internet oder Call-Center eine einheitliche Kreditkartengebühr von fünf Euro erhoben.