Prepaid-Kreditkarten werden in Deutschland immer beliebter
Das neu gegründeten Prepaid-Forum Deutschland (PFD) ist eine Interessensvertretung von Prepaid-Zahlungsmittelanbietern, Processingunternehmen und deren Distributoren. Den Anlass für die Gründung einer eigenen Branchenvereinigung bildet nicht zuletzt der Gesetzesentwurf zur Optimierung der Geldwäscheprävention. Dieser sieht im Hinblick auf E-Geld-Produkte u.a. vor, dass sich der Verbraucher beim Kauf dieser Produkte identifizieren muss - unabhängig vom Betrag, also bereits ab 1 Cent. Die vorgesehene Identifizierungspflicht schränkt nach Ansicht des Verbands das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ein und erschwert den Zugang zu diesen Zahlungsmitteln für den deutschen Verbraucher massiv. Außerdem erscheint sie unter Aspekten des Datenschutzes und des EU-Rechts sehr problematisch.
Zu E-Geld gehören nicht wieder aufladbare Zahlungssysteme wie paysafecard oder Gutscheinkarten, aber auch aufladbare Prepaid-Produkte von MasterCard oder Visa, die überall dort eingesetzt werden können, wo klassische Kreditkarten dieser Anbieter akzeptiert werden. Die Verbreitung von Prepaid-Zahlungslösungen ist in den letzten Jahren stark gestiegen, da sie dem Verbraucher volle Kostenkontrolle bieten, einfach zu verwenden sind und vor allem bei der Bezahlung im Internet die Eingabe von Bankkontodaten bzw. Daten einer klassischen Kreditkarte ersetzen. Nicht wieder aufladbare Prepaid-Karten werden zudem häufig für die Bezahlung von Kleinstbeträgen verwendet, etwa bei Online-Games oder für kostenpflichtigen Content bei Online-Medien, und ermöglichen dem Verbraucher somit anonymes Bezahlen.
Jährlich werden mit stark ansteigender Tendenz allein mit Hilfe von E-Geld-Produkte in Deutschland Transaktionen im Gesamtwert von etwa EUR 850 Mio. durchgeführt. Manche Online-Shops realisieren bis zu 40 Prozent ihrer Umsätze über Prepaid-Zahlungskarten. Elektronisches Geld in Form von Prepaid-Produkten hat einen wichtigen Stellenwert in der deutschen Wirtschaft erlangt. Es ermöglicht jenen Bevölkerungsgruppen, die keine klassische Kreditkarte besitzen, die Teilhabe am E-Commerce und den Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, für die eine Kreditkarte Voraussetzung ist, wie etwa die Flugbuchung im Internet oder das Reservieren von Hotels.
Der Vertrieb von Prepaid-Zahlungsmitteln erfolgt an ca. 40.000 Vertriebsstellen in Deutschland, wie etwa Tankstellen und Kioske.
Das Prepaid-Forum Deutschland (PFD) ist eine wettbewerbsneutrale Plattform für Unternehmen in der Prepaid-Industrie in Deutschland. Darunter fallen Unternehmen, die als Herausgeber, Prozessor oder sonstiger Dienstleister von Prepaid-Zahlungsprodukten tätig sind. Die Mitglieder des PFD sind unter anderem Ceridian Stored Value Solutions GmbH, easycash Loyalty Solutions GmbH, ICP Transaction Solutions GmbH, Lekkerland Deutschland GmbH & Co.KG., MasterCard Europe, transact Elektronische Zahlungssysteme GmbH, paysafecard, smart voucher Ltd., VoiceCash Bank Ltd. und Wallie GmbH.