Der US-Kreditkartenanbieter Mastercard hat im letzten Quartal 2011 einen Gewinn von umgerechnet 14,5 Millionen Euro gemacht, rund 302,5 Millionen Euro weniger als im Vorjahresvergleich. In dem am Donnerstag veröffentlichten Vierteljahresbericht weist das Unternehmen jedoch darauf hin, dass bei dem Bericht eine umstrittene Strafzahlung in Höhe von 378 Millionen Euro eingepreist ist.
Ohne diese Strafe läge der Gewinn bei 392,5 Millionen Euro und damit 23,7 Prozent höher als im Vorjahresquartal. Der Umsatz in den letzten drei Monaten des Jahres 2011 stieg um 20,2 Prozent auf knapp 1,3 Milliarden Euro. Im gesamten Jahr 2011 machte Mastercard1,46 Milliarden Euro Gewinn.
Ein Rechtsstreit belastet den Kreditkarten-Anbieter Mastercard (der auch Gold-Kreditkarten herausgibt, etwa die Mastercard-Gold). US-Händler klagen gegen hohe Gebühren für die Nutzung des Plastikgelds, die sie für jeden Einkauf in ihrem Laden bezahlen müssen. Um für einen absehbaren Vergleich gewappnet zu sein, legte Mastercard nun 770 Millionen Dollar zurück (585 Mio Euro). Das führte im Schlussquartal zu einem Gewinneinbruch auf unterm Strich 19 Millionen Dollar. Im Vorjahreszeitraum hatte der Visa-Rivale noch 415 Millionen Dollar verdient.
Das eigentliche Geschäft lief dagegen blendend. Immer mehr Menschen würden vom Bar- auf das Plastikgeld umsteigen, sagte Firmenchef Ajay Banga. Die Summe, die über die Systeme von Mastercard abgewickelt wurde, stieg um 16 Prozent auf 863 Milliarden Dollar. Vor allem das Bezahlen über die Grenzen hinweg nahm weiter zu, zum Beispiel durch Bestellungen oder Urlauben im Ausland.
Bereits Rivale American Express hatte jüngst geglänzt. Allerdings gibt es einen großen Unterschied: Mastercard und auch die größere Visa verleihen das Geld nicht selbst, sondern übernehmen nur die Abwicklung der Zahlungen und kassieren dafür Gebühren. Das Risiko unbezahlter Kartenschulden tragen damit die Partner, was zumeist Banken sind. American Express dagegen steht selbst hinter den Krediten.
MasterCard Worldwide gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Zahlungsverkehrsdienstleistungen und trägt dazu bei, den Alltag einfacher und effizienter zu gestalten. Als Franchisegeber, Prozessor und Berater im Zahlungsverkehr macht MasterCard als entscheidende Schnittstelle zwischen Banken, Regierungen, Unternehmen, Händlern und Karteninhabern überall auf der Welt den Handel erst möglich.
Allein 2010 wurde mit MasterCard-Produkten ein globaler Bruttoumsatz von 2,7 Billionen US-Dollar getätigt. Jährlich werden 23 Milliarden Transaktionen über das MasterCard Worldwide Network, das schnellste Zahlungsabwicklungssystem der Welt, ausgeführt. MasterCard kann dadurch 160 Millionen Transaktionen pro Stunde bearbeiten. Mit der MasterCard-Produktfamilie, zu der MasterCard, Maestro und Cirrus gehören, den Kernprodukten Kredit-, Debit- und Prepaidkarten sowie Plattformen und Funktionen, wie beispielsweise das Kontaktlos-Zahlsystem MasterCard PayPass oder MasterCard inControl, fördert MasterCard den weltweiten Handel. Das Unternehmen arbeitet mit Kunden, Regierungen und Unternehmen in über 210 Ländern und Regionen zusammen und bietet neben seinen zahlreichen Kreditkartenprodukten auch Gold-Kreditkarten an.